Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Die Sozialpartner in der Chemie unterstützen den Aufbau der betrieblichen Vorsorge per Tarifvertrag. In der Branche setzt man dabei auf das Prinzip der Bruttoentgeltumwandlung: Ein Teil des Gehalts wird vom Arbeitgeber direkt für die Altersvorsorge angelegt. Ein großer Vorteil – vor allem gegenüber der privaten Vorsorge – ist, dass dieser Anteil vom Bruttogehalt entnommen wird und nicht vom Nettogehalt. Die umgewandelten Beiträge sind somit in bestimmten Grenzen (bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung/West) steuerfrei. Bis zur selben Grenze werden auch keine Sozialversicherungsbeiträge fällig. Im Jahr 2019 können bis zu 3.216 Euro steuer- und beitragsfrei umgewandelt werden.

Mit mehr als 600 Euro pro Jahr, die jeder Tarifbeschäftigte abrufen kann, ohne eigenes Geld einsetzen zu müssen: Arbeitnehmer profitieren in der Chemiebranche von einem Entgeltumwandlungs-Grundbetrag von knapp 480 Euro, auf den sie schon alleine durch die Teilnahme an der Vorsorge einen Anspruch haben, und einer zusätzlichen Chemie-Tarifförderung von rund 135 Euro durch den Arbeitgeber. Wer darüber hinaus vorsorgen möchte, kann das natürlich per Eigenbeitrag machen. Diese werden mit einer weiteren Förderung begünstigt: Bis zu einem Umwandlungsbetrag von jährlich vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze bekommen Sparer pro 100 Euro Eigenbeitrag eine Förderung von 13 Euro. Zusätzlich können Betriebsrat und Arbeitgeber im Unternehmen auch entscheiden, den tariflich festgelegten Demografiebetrag von jährlich 750 Euro pro Mitarbeiter für die Altersvorsorge zu verwenden.

Wie genau die Entgeltumwandlung umgesetzt wird, entscheidet der Arbeitgeber. Die unterschiedlichen Möglichkeiten sind via Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung, Unterstützungskasse oder Direktzusage: 

  • Bei Direktversicherungen und Pensionskassen schließt der Arbeitgeber eine klassische Renten- oder Lebensversicherung für den Arbeitnehmer bei einem Versicherer ab. 
  • Pensionsfonds sind externe Einrichtungen, die das Geld für den Arbeitgeber anlegen. Dabei sind sie relativ frei, können beispielsweise auch am Kapitalmarkt investieren. 
  • Bei der Direktzusage legt der Arbeitgeber das Geld nach eigenem Ermessen selbst an. 
  • Bei Unterstützungskassen übernimmt – ähnlich wie beim Pensionsfonds – ein externer Anbieter diese Aufgabe, der aber von dem betreffenden Unternehmen oder einem Zusammenschluss von Betrieben selbst gegründet wurde. Im Gegensatz zum Pensionsfonds richtet sich der Arbeitnehmeranspruch nach Einzahlung dabei auch nicht direkt an die Unterstützungskasse, sondern an den Arbeitgeber.

Üblicherweise erhält der Arbeitnehmer die betriebliche Vorsorge in Form einer lebenslangen Rente zurück. Deren Höhe hängt vor allem von der Art der Umsetzung, der Versorgungszusage des Arbeitgebers und der Kapitalmarktentwicklung ab. Je nach Umsetzung ist auch eine Einmal- oder Teilauszahlung möglich.

Der angesparte Anspruch auf Betriebsrente ist auch bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers gesichert, egal welche Umsetzung gewählt wurde. Wenn der Rentenanspruch gegenüber dem Arbeitgeber besteht, sichert der Pensions­Sicherungs-Verein den Anspruch ab. Besteht der Rentenanspruch gegenüber einer externen Einrichtung wie etwa bei der Direktversicherung, spielt die Zahlungsfähigkeit des Arbeitgebers keine Rolle. Die Rente wird von der jeweiligen Einrichtung ausgezahlt, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch existiert.

Auch wenn Arbeitnehmer ihren Job verlieren, bleibt die betriebliche Altersvorsorge bestehen. Die durch die umgewandelten Beträge entstandenen Rentenansprüche müssen also nicht direkt mit Ende des spezifischen Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden.

Weitere Informationen zur betrieblichen Vorsorge gibt es allgemein bei der Deutschen Rentenversicherung. Wer mehr über die Altersvorsorge speziell in der Chemiebranche erfahren möchte, kann sich beispielsweise auf dem Internetportal der Sozialpartner informieren. Für Fragen, wie die Vorsorge in Ihrem eigenen Unternehmen funktioniert, wenden Sie sich am besten direkt an die Personalabteilung oder den Betriebsrat.

Im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre und Tarifbezirke verdienen Auszubildende 1084 Euro brutto im Monat. Mehr zu Bezahlung, Vielfalt und Chancen in der Chemie-Ausbildung gibt es in unserer Grafikstrecke.

Die Chemie-Azubis gehören zu den Topverdienern unter den Auszubildenden. In den meisten Tarifbezirken erhalten sie bereits im ersten Jahr zwischen 900 und 1000 Euro pro Monat. Das liegt deutlich über dem Durchschnittsverdienst von Azubis: Der betrug 2017 laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 876 Euro – allerdings über alle Ausbildungsjahre gerechnet.

In der Chemie-Industrie gibt es 13 Entgeltgruppen, denen man je nach Tätigkeit zugeordnet wird – wenn der Arbeitgeber nach Tarifvertrag bezahlt. Bei der Einstufung in diese Gruppen spielen auch Ausbildung und Berufserfahrung eine Rolle. In der untersten Gruppe gibt es ein Grundgehalt von gut 2.500 Euro brutto im Monat. Berufseinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung gehören zum großen Teil der Entgeltgruppe 6 an und haben über 3.000 Euro brutto. In der obersten Gruppe ist man bei durchschnittlich 5.780 Euro angekommen. Mehr zu den Voraussetzungen für die 13 Entgeltgruppen steht im Bundesentgelttarifvertag, den die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC geschlossen haben.