Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft kann nur mit digitaler Bildung gelingen. „Digitale Bildung“ meint die Befähigung von Menschen, den digitalen Wandel im privaten und beruflichen Alltag als mündige Bürger erfolgreich zu bewältigen und von technischen Möglichkeiten verantwortungsvoll Gebrauch zu machen. Dazu zählen neben der Sicherheit in der praktischen Handhabung von PC, Smartphone, Tablet und Co. auch Selbstmanagement-Kompetenzen, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Innovationsgeist. Wichtig ist, auch die Berufsschulen fit zu machen für den digitalen Wandel. Sie benötigen massive Investitionen in Infrastruktur, Fachpersonal und Qualifizierung.

Nein. Die Agenda 2010 hat die deutsche Wirtschaft besser und wettbewerbsfähiger gemacht. Auch dank der Agenda-Politik feiern wir Jahr für Jahr neue Beschäftigungsrekorde. Damit das so bleibt, müssen wir weiterhin den Anspruch haben, Arbeitslose möglichst schnell in Jobs zu bringen – statt die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu erhöhen. Denn das würde die Sozialausgaben weiter in die Höhe treiben. Und die steigen in Deutschland schon seit fünf Jahren schneller als die Wirtschaftsleistung.

Die Einschränkung von Befristungen schafft nicht mehr unbefristete Jobs; sie führt lediglich dazu, dass befristete Jobs gar nicht mehr angeboten werden und damit vielen Menschen dieser Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht mehr offensteht. Zudem sollte man die Relationen kennen: Befristungen machen nicht einmal zehn Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse aus. Nur ein Bruchteil davon erfolgt ohne Sachgrund. Hinzu kommt, dass fast 40 Prozent der befristet Beschäftigten nach Ablauf der Befristung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Das zeigt: Oft ist die Befristung ein Sprungbrett für einen unbefristeten Stammarbeitsplatz. Auch die sachgrundlose Befristung ist ein wichtiger Beitrag zur Flexibilität der Wirtschaft: Sie baut Einstellungshürden ab und erhöht die Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz. Befristungen sind nicht zuletzt Ausdruck unternehmerischer Freiheit, die nicht eingeschränkt werden darf.

Die Integration von Flüchtlingen stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Diese Aufgabe wird Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig fordern. Eine erfolgreiche Integration setzt voraus, dass die Menschen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen können. Erste Erfahrungen mit der Integration von Flüchtlingen in den Unternehmen zeigen, wie groß diese Herausforderung ist. Bei ihrer Bewältigung müssen die unterschiedlichen Stärken der deutschen Wirtschaft genutzt werden. Gerade für international aufgestellte Industriebranchen, deren weltweiter Erfolg auf dem hohen Qualifikationsniveau ihrer Beschäftigten basiert, wird es sehr schwierig, reguläre Arbeitsplätze ohne oder mit niedrigen Anforderungen anzubieten. In der Chemie- und Pharmaindustrie gibt es solche Tätigkeiten kaum noch. Wir konzentrieren unser Engagement für die Integration von Flüchtlingen deshalb auf die Bereiche, in denen wir langfristig die größten Erfolge erwarten können: Das ist insbesondere die Ausbildungsvorbereitung von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive in Deutschland. So haben die Unternehmen Initiativen gestartet, um Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorzubereiten. Diesem Zweck dienen auch die bewährten Programme „Start in den Beruf“ und „StartPlus“ der Chemie-Sozialpartner.