Artikel veröffentlicht am  11.06.2018

Blick von außen

Wie schaut das Ausland auf den Chemiestandort Deutschland und wie attraktiv ist er für ausländische Unternehmen? Drei Geschäftsführer großer Chemiekonzerne haben mit dem „Blick von außen“ auf den Chemiestandort Deutschland geschaut und erläutert, was ihn so attraktiv macht.

Der Standort ist international wettbewerbsfähig

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Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH

„Schon vor 100 Jahren war Leuna der flächengrößte Chemiestandort Deutschlands. Heute sind hier mehr als 100 Unternehmen aus zehn Nationen angesiedelt. Sie haben seit 1990 über 6,5 Milliarden Euro investiert. Die aktuellen großen Investitionen von Global Playern wie dem französischen Mineralölunternehmen TOTAL und der belgischen DOMO Chemicals zeigen eindrucksvoll, dass unser Chemiestandort Leuna auch im internationalen Vergleich sehr wettbewerbsfähig ist. Die InfraLeuna betreibt eine höchst flexible und effiziente Infrastruktur für den gesamten Standort, von der kostengünstigen Energieversorgung über Logistikleistungen bis hin zur Werkfeuerwehr. Am Standort sind heute über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt – ein Rekordwert seit Bestehen der InfraLeuna. Und diese Wachstumsdynamik wird sich fortsetzen, denn Leuna verfügt über Flächen für weitere Großprojekte, ein hervorragendes Potenzial hochqualifizierter Fachkräfte und Spitzenwerte bei der Akzeptanz für die Chemische Industrie in der Bevölkerung.“

„Wichtig für die klinische Forschung“

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Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland

„In diesem Jahr feiern wir unser 60-jähriges Bestehen in Deutschland – 1958 haben wir die erste deutsche Niederlassung in Karlsruhe eröffnet. Heute arbeiten rund 2.500 Mitarbeiter an drei Standorten – Berlin, Karlsruhe und Freiburg. Deutschland ist für Pfizer ein sehr wichtiger Markt – wirtschaftlich, aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive. Allein im Jahr 2017 hat Pfizer in Deutschland 16 klinische Studien initiiert. Auch unsere Produktion in Freiburg profitiert von der Stabilität und Qualität des deutschen Standorts: Unser Werk ist heute eines von nur zwei Standorten im gesamten Pfizer-Netzwerk, das neue Wirkstoffe für die Markteinführung produziert. Damit bilden wir das Bindeglied zwischen internationaler Spitzenforschung und Versorgung der Patienten – ‚Made in Germany‘.“

„Expertise und engagiertes Personal“

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Dr. Matthias Braun, Geschäftsführer Chemie & Biotechnik, Sanofi in Deutschland

„Die Gesundheitsbranche ist international – längst wird auch in Schwellenländern nach denselben Standards produziert und gefertigt wie in westlichen Industrienationen. Dennoch gibt es für ein weltweit aufgestelltes Unternehmen wie Sanofi gute Gründe, weiterhin die pharmazeutische Wertschöpfungskette in Deutschland abzubilden und hier kontinuierlich zu investieren, in Forschung und Entwicklung wie in Produktion und Fertigung. Die jahrzehntelange Expertise am Standort Frankfurt Höchst ist einer der Gründe. Hinzu kommen engagiertes Fachpersonal und Anlagen auf dem Stand der Technik, in die in den letzten zehn Jahren insgesamt 1,2 Milliarden Euro investiert wurden. Das alles garantiert dem Unternehmen: Wir in Deutschland bekommen das hin! In kurzer Zeit, im Rahmen des vorgegebenen Budgets, in der benötigten Menge, in maximaler Qualität – für den Patienten.
Damit empfiehlt sich der Standort als zuverlässiger Lieferant für zukünftige Projekte und den Launch neuer Produkte, die neue Standards in der Produktion und Fertigung erfordern – vor allem im Bereich der modernen Biologika.“

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