Artikel veröffentlicht am  15.11.2018

So attraktiv ist die Chemie

Wer Fachkräfte für sein Unternehmen begeistern will, muss ihnen etwas bieten. Diese Erkenntnis ist nicht neu, in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ist sie aber wichtiger denn je. Vor allem junge Fachkräfte und solche in besonders gefragten Berufen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) können sich aussuchen, in welche Branche und zu welchem Unternehmen sie gehen. Spielte dabei früher der harte Faktor „Geld“ eine Hauptrolle, sind längst weitere, weiche Kriterien hinzugekommen: Wie innovativ und zukunftsweisend ist ein Beruf? Wie viel Eigenverantwortung gestattet er und wie kann ich mich darin entwickeln? Wie viel Freiraum bleibt neben der Arbeit für die Familie? Kann ich zeitlich und örtlich flexibel arbeiten? Wie ist das Betriebsklima?

 

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat gute Antworten auf diese Fragen. „Die Chemieindustrie in Deutschland ist einer der attraktivsten Arbeitgeber“, betont Klaus-Peter Stiller, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC): „Sie bietet gute Gehälter und spannende Aufgaben – und vor allem jede Menge Zukunft. Wer in der Chemie arbeitet, hat gute Aussichten, an den großen Innovationen der Gegenwart mitzuwirken, und wird Teil einer zukunftsorientierten Branche, für die eine nachhaltige Entwicklung unverzichtbar ist.“

10 Dinge, mit denen Chemie und Pharma im Wettbewerb um Fachkräfte punkten:

1.    Ausbildung

Schon dem Fachkräfte-Nachwuchs hat die Chemie einiges zu bieten: Insgesamt können Jugendliche zwischen mehr als 50 Ausbildungsberufen in der Branche wählen. Das durchschnittliche Azubi-Entgelt beträgt 1.084 Euro – deutlich mehr als der branchenübergreifende Schnitt von 876 Euro. Und das gilt für alle Ausbildungsberufe in der Chemie, nicht nur für „Klassiker“ wie Chemikant und Chemielaborant. So können Mechatroniker-, Elektroniker- oder auch kaufmännische Azubis in der Chemie deutlich mehr verdienen als in anderen Branchen. Und: Mehr als 90 Prozent der Ausgelernten werden übernommen. Mehr Zahlen und Fakten zu den Pluspunkten für Azubis lesen Sie hier.

2.    Entgelt

Auch später kann man in der Chemie gutes Geld verdienen. Die Tarifentgelte gehören zu den höchsten in der deutschen Industrie: 2017 verdiente ein Beschäftigter in Vollzeit im Schnitt mehr als 67.400 Euro brutto. Was Berufseinsteiger verdienen und wie sich die Entgelte entwickeln, steht in unserem FAQ.

3.    Urlaubsgeld

In der Tarifrunde 2018 haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine Verdoppelung des Urlaubsgelds beschlossen: Pro Urlaubstag gibt es künftig 40 Euro statt 20,45 Euro. Macht bei einem tariflichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen 1.200 Euro extra im Jahr.

4.    Weihnachtsgeld    

Chemie-Tarifbeschäftigte erhalten 95 Prozent eines Monatsgehalts als Weihnachtsgeld (offiziell: Jahresleistung). Mehr Informationen über die (Chemie-)Sonderzahlungen gibt es hier.

5.    Betriebliche Altersvorsorge

Die Chemie fördert die Absicherung im Alter: Tarifbeschäftigte können neben dem Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zusätzliches Geld durch Umwandlung von Entgelt ansparen – und Zuschüsse vom Arbeitgeber gibt es obendrauf. Hier finden Sie weitere Infos zur Chemie-Altersvorsorge.

6.    Vereinbarkeit von Beruf und Familie

In der Chemie lassen sich Arbeits- und Familienleben gut vereinbaren: Viele Unternehmen bieten zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, befristete Auszeiten oder andere Modelle an, damit sich Beschäftigte um Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger kümmern können. Kooperationen mit lokalen Kindergärten oder eigene Betriebs-Kitas sind weitere Bestandteile der familienbewussten Personalpolitik. Zeitliche Flexibilität ist allerdings nicht in allen Chemie-Berufen gleichermaßen möglich.

7.    Weiterbildung

Die Chemie ist die engagierteste Industriebranche, wenn es um Weiterbildungen geht: 2016 machten 96,3 Prozent aller Unternehmen mit (im Schnitt aller Industriebranchen: 83,9 Prozent). Chemie-Unternehmen investierten dabei sowohl mehr Zeit (22,3 Stunden) als auch mehr Geld pro Mitarbeiter (1.538 Euro) als der Durchschnitt. 

8.    Digitale Arbeitswelt

Die Chemie-Industrie will die Chancen der Arbeitswelt 4.0 nutzen: Arbeitgeber und Gewerkschaft IG BCE verhandeln derzeit über eine „Roadmap Arbeiten 4.0“. Sie soll die Arbeitsbedingungen in der Branche so gestalten, dass sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen von den neuen technischen Möglichkeiten profitieren. Wie das Arbeiten 4.0 die Chemie-Industrie verändert, erklären wir in unserem Themenschwerpunkt.

9.    Demografischer Wandel

Weniger Fachkräfte-Nachwuchs, mehr ältere Arbeitnehmer, die länger motiviert und gesund im Job bleiben: Die Chemie war die erste Branche mit umfassenden tariflichen Antworten auf den demografischen Wandel in der Arbeitswelt. Um ihn zu gestalten, haben Arbeitgeber und Gewerkschaft IG BCE per Tarifvertrag bereits 2008 betriebliche Demografiefonds geschaffen. Die Unternehmen zahlen jedes Jahr 750 Euro pro Tarifmitarbeiter ein. Mit dem Geld haben die Unternehmen Angebote wie Langzeitkonten für ihre Mitarbeiter aufgebaut oder zum Beispiel die Altersvorsorge gestärkt.

10.    Sozialpartnerschaft

In der Chemie kooperieren Arbeitgeber und Gewerkschaft traditionell sehr gut. Den Sozialpartnern geht es vor allem um pragmatische Lösungen, nicht um den Konflikt. Sie können so Herausforderungen wie den demografischen Wandel oder die Digitalisierung frühzeitig erkennen und gemeinsam gestalten. Die Beschäftigten profitieren von einem guten Betriebsklima. Und die hohe Tarifbindung der Unternehmen bedeutet, dass auch ein großer Teil der Mitarbeiter von den Tarifeinigungen der Sozialpartner profitiert.

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